Paidmailer: was die Klickmails waren und was heute an ihrer Stelle steht

Von etwa 2001 bis 2012 bekamen in Deutschland Zehntausende Werbemails, für deren Anklicken es Bruchteile eines Cents gab. Hier steht, wie das lief, warum es vorbei ist, und welche zehn Wege 2026 tatsächlich Geld im Internet bringen.

Ein Paidmailer verschickte bezahlte Werbemails an seine Mitglieder: Mail öffnen, Link klicken, Zähler abwarten, Gutschrift. Diese Seite ist ein Rückblick mit Quellen, kein Anbieterverzeichnis: keine Referral-Links, kein Einkommensversprechen.

Was Paidmailer waren

Die Idee stammt aus dem Dotcom-Boom: Werbetreibende zahlen nicht für Anzeigenplätze, sondern direkt an die Menschen, die ihre Werbung ansehen. Die einfachste Form war die Klickmail: Werbetext, Bestätigungslink, ein Zähler von einigen Sekunden auf der beworbenen Seite, dann die Gutschrift. Bonusmails waren höher vergütet und verlangten eine Handlung, etwa eine Newsletter-Anmeldung.

Die Vergütung lag laut Wikipedia zwischen 0,1 und 0,99 Cent pro bestätigter Mail. Interessant wurde es erst über die Referral-Ebenen: Wer neue Mitglieder warb, bekam einen Anteil an deren Klicks, teils über mehrere Stufen. Viele Anbieter rechneten in Punkten, die am Monatsende aus den tatsächlichen Werbeeinnahmen in Euro umgerechnet wurden. Ausgezahlt wurde erst ab einer Auszahlungsgrenze, und wer sie nie erreichte, bekam nichts.

Wie die Paidmailer-Foren liefen

Weil niemand wissen konnte, ob ein Anbieter wirklich zahlt, entstand eine Forenkultur. In Threads sammelten Nutzer Erfahrungsberichte und Zahlungsbeweise, meist als Screenshot des Kontoauszugs. Daneben standen die Ref-Links der Poster, denn jedes geworbene Mitglied brachte Anteile; wer besonders viele warb, hieß Refjäger und erreichte als Einziger dreistellige Monatsbeträge.

Der wichtigste Dienst der Foren waren die Scam-Warnungen: Anbieter, die Auszahlungen verzögerten, die Payrate still senkten oder über Nacht offline gingen. Wikipedia nennt das als Kern der Kritik: Seriöse Anbieter waren kaum von unseriösen zu unterscheiden, und öffentliche Blacklists konnten auch von Konkurrenten manipuliert sein. Von dieser Szene ist heute im Wesentlichen das klamm-Forum übrig.

Warum es vorbei ist

Vier Dinge haben die Paidmailer erledigt. Erstens die Cent-Beträge: Eine Stunde Klicken brachte weniger als eine Briefmarke kostet. Zweitens die Pleiten: Sanken die Werbekunden, konnte ein Anbieter seine Punkte nicht mehr decken, senkte die Payrate und verlor die Mitglieder. Drittens die Spam-Filter der großen Mailanbieter, die Massenmails mit Klicklinks aussortierten. Viertens das Smartphone: Werbung wanderte in Apps und soziale Netzwerke, und ein erzwungener Klick in einer E-Mail war nichts mehr wert.

Um 2012 war die Szene in Deutschland praktisch verschwunden. Die Toplisten, die heute noch bei Google auftauchen, werben für die wenigen Restanbieter und tragen die Ref-Links ihrer Betreiber.

Geld verdienen im Internet 2026: zehn ehrliche Wege

Je Weg: was es ist, was pro Monat realistisch ist, der Aufwand und ein Einstieg. Die Zahlen sind Erfahrungswerte aus deutschen Ratgebern, keine Zusagen; die Links tragen keine Partner-Parameter.

  1. Online-Umfragen. Fragebögen für Marktforscher, 0,50 bis 5 Euro pro Umfrage. Realistisch: 20 bis 80 Euro im Monat. Aufwand: niedrig, aber eintönig. Einstieg: meinungsplatz.de
  2. Mikrojobs und KI-Datenarbeit. Texte prüfen, Bilder kategorisieren, Suchergebnisse bewerten, bezahlt pro Aufgabe im Cent- bis Eurobereich. Realistisch: 30 bis 150 Euro im Monat. Aufwand: mittel. Einstieg: clickworker.de
  3. Apps und Websites testen. Eine App bedienen und melden, wo man hängen bleibt, 5 bis 30 Euro pro Test. Realistisch: 20 bis 100 Euro im Monat, unregelmäßig. Aufwand: niedrig. Einstieg: testbirds.com
  4. Gebrauchtes verkaufen. Was im Schrank liegt, auf einem Kleinanzeigenportal anbieten. Einmalig 100 bis 500 Euro, danach kein Einkommen mehr. Aufwand: niedrig. Einstieg: kleinanzeigen.de
  5. Freelancing mit einer Fähigkeit. Texten, Übersetzen, Design, Programmierung oder Buchhaltung über Projektbörsen, bezahlt pro Stunde oder Auftrag. Nebenberuflich 300 bis 2.000 Euro im Monat. Aufwand: hoch, mit Anlaufzeit. Einstieg: freelancermap.de
  6. Online-Nachhilfe. Nachhilfe per Video für 15 bis 30 Euro pro Stunde. Mit wenigen festen Schülern 200 bis 600 Euro im Monat. Aufwand: mittel, feste Termine. Einstieg: superprof.de
  7. Digitale Vorlagen verkaufen. Tabellen, Planer oder Druckvorlagen einmal erstellen, beliebig oft verkaufen. Die meisten Shops: 0 bis 50 Euro im Monat. Aufwand: hoch am Anfang, danach gering. Einstieg: etsy.com
  8. Eigene Website mit Werbung. Anzeigen auf einer eigenen Themenseite bringen ein bis fünf Euro pro tausend Aufrufe. Im ersten Jahr 0 bis 100 Euro im Monat. Aufwand: hoch und langfristig. Einstieg: support.google.com/adsense
  9. Virtuelle Assistenz und Remote-Nebenjobs. Termine, Mails und Datenpflege für kleine Firmen, 15 bis 35 Euro pro Stunde. Ein fester Kunde mit 20 Stunden ergibt 300 bis 700 Euro im Monat. Aufwand: mittel. Einstieg: arbeitsagentur.de
  10. Cashback beim Einkauf. Kein Verdienst, sondern ein Rabatt auf Einkäufe, die ohnehin anstehen. 5 bis 20 Euro im Monat. Aufwand: fast keiner. Einstieg: shoop.de

Die ersten vier Wege sind sofort möglich und bleiben Taschengeld; ab Punkt fünf wird eine Fähigkeit verkauft, und nur dort wird mit der Zeit ein Einkommen daraus.

Häufige Fragen zu Paidmailern

Gibt es Paidmailer heute noch?

Einzelne Dienste existieren weiter, und im klamm-Forum wird noch über sie geschrieben. Die Szene mit Dutzenden Anbietern und täglichen Zahlungsbeweisen in den Foren gibt es aber seit etwa 2012 nicht mehr. Was übrig ist, zahlt Bruchteile eines Cents pro Klick und lohnt sich bei ehrlicher Rechnung nicht.

Wie viel konnte man mit Paidmails verdienen?

Pro bestätigter Mail gab es laut Wikipedia 0,1 bis 0,99 Cent, bei Bonusmails etwas mehr. Ein aktives Mitglied kam auf wenige Euro im Monat; dreistellige Beträge erreichten nur Refjäger, die viele neue Mitglieder warben und an deren Klicks mitverdienten. Ausgezahlt wurde erst ab einer Grenze, die viele nie erreichten.

Was ist heute die realistische Alternative zu Paidmailern?

Umfragen und Mikrojobs bringen für dieselbe Zeit mehr als ein Paidmailer damals, bleiben aber Taschengeld. Wer mehr will, verkauft eine Fähigkeit: Texte, Nachhilfe, Design, Programmierung oder Bürodienste. Das dauert länger, ist aber der einzige Weg über 100 Euro im Monat hinaus.

Diese Seite verspricht kein Einkommen. Alle Beträge sind Größenordnungen mit Stand September 2026. Nebeneinkünfte können steuer- und meldepflichtig sein; das ist keine Steuer- oder Rechtsberatung. Keine Referral- oder Partnerlinks.